Mein Date mit König Felipe

In Ordnung, ich gebe es zu, die Überschrift lässt wirklich einiges vermuten. Alles fing damit an, dass mich meine Kollegin zwischen Tür und Angel fragte: „Stella, wäre es ein Problem für dich, bei einem Abendtermin im Automobilmuseum dabei zu sein? Der spanische König wird da sein“. Zugegebenermaßen war „Problem“ nicht ganz das erste Wort, was mir zu ihrem Vorschlag in den Kopf gekommen ist. Also sagte ich schnell zu.Felipe2

Angekommen beim Termin standen natürlich erst einmal die Formalitäten auf dem Programm. Also reihten wir uns ganz brav in die Reihe der auf die Sicherheitskontrolle wartenden Journalisten ein. Nachdem wir dann unsere Identität bestätigt hatten, ging es erst einmal ein paar Schritte weiter ins Museum hinein. Doch auch dort hatte die Sicherheit wieder aller erste Priorität. Man lässt ja schließlich nicht wahllos Leute auf das spanische Königspaar los. Also haben wir folgsam unsere Taschen, Kameraausrüstung, etc. in einem separaten Raum liegen gelassen. Dabei konnte ich sehen, wie der eine oder andere Journalist mit der Security-Truppe über die Sinnhaftigkeit dieser Aktion diskutiert hat, auch wenn ihnen das nicht geholfen hat. Mit unseren garantiert Sprengstoff freien Taschen wurden wir nach dieser Prozedur in den Hauptraum des Museums entlassen.

Und ab da hieß es warten, warten und noch mal warten. Neben den ausgestellten Autos, Motornachbildungen und Markenzeichen stand bereits ein Pult, das umzingelt war mit Plakaten, die an die spanisch-amerikanische Freundschaft appellierten. Darum herum waren Kellner auf Hochtouren damit beschäftig, dem Essensbereich für die prominenten Gäste den letzten Schliff zu geben und die Weinversorgung zu sichern. Hinter einer Begrenzung mit Absperrband ging langsam aber sicher der Kampf um die besten Plätze unter uns Pressevertretern los. Besonders privilegiert wurden die Kollegen vom Fernsehen behandelt. Die Security sicherte ihnen die besten Plätze in der ersten Reihe. Alle anderen mussten zusehen, dass sie sich an die besten verbliebenen Plätze stellen und sich bloß nicht zwischendurch bewegen. Denn hier gilt ganz klar: „Weggegangen, Platz vergangen!“ Beim Warten kam man aber auch schnell mit seinen „Stehnachbarn“ ins Gespräch und hat sich so die Wartezeit ein wenig vertreiben können.

UND DANN KAMEN SIE! Felipe und Letizia schritten professionell lächelnd auf den Sitzbereich für die eingeladenen Gäste zu. Das lockte natürlich alle Journalisten an den vorderen Rand des Absperrbandes. Schnell war die eben so hart erkämpfte Ordnung vergessen. Nach dem Einmarsch setzten sie sich erst einmal hin und lauschten dem Vortrag eines US Senators. Im Pressebereich wurde hin und wieder pflichtschuldig eine Kamera gezückt. Ansonsten fokussierte sich das Interesse überwiegend auf andere Dinge wie zum Beispiel das eigene Telefon, fast ein bisschen wie in der Schule, wenn alle die Hand in ihrer Tasche haben und versuchen, das Handy zu verstecken. Mit einem Applaus verließ der US-Vertreter die Bühne und räumte seinen Platz für den Mann des Abends.

FelipeStella

Von jetzt auf gleich schlug die Stimmung um. Notizheftchen und Kameras wurden gezogen, damit auch kein Wort der Rede vergessen wird. Der Kampf um das beste Foto verließ dann aber überraschend zivilisiert. Man half sich gegenseitig, tauschte zwischendurch die Plätze und somit kam jeder zum Zug und konnte ein gutes Foto schießen.

Doch hätte sich jemand für die Veranstaltung ohne die Rede des spanischen Königs interessiert? Höchstwahrscheinlich nein. Es war eine spannende und aufregende Erfahrung für mich, die spanischen Royales einmal hautnah zu sehen und doch muss ich zugeben, dass ich froh bin, keine Starreporterin zu sein, die täglich die ultimativen Fotos auf dem roten Teppich schießen muss.

Habt ihr schon einmal berühmte Leute getroffen und wenn ja, wie habt ihr es wahrgenommen? Oder habt ihr den Traum, einmal euer Idol zu treffen? Was ihr auch immer zu erzählen habt, schreibt es in die Kommentare!

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