Der schönste Strand Andalusiens

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Wie kann ein Strand in Andalusien einen großen Bekanntheitsgrad erreichen und bei stolzen 830 Küstenkilometern aus der Masse herausstechen? Und was kann man von solch einem bekannten Strand erwarten? Gibt es die obligatorischen Millionen Strand-Shops und Abzocke-Händler, die einem am Strand von einer Massage bis zur gefälschten Sonnenbrille beinahe alles verkaufen wollen? Diese Fragen habe ich mir gestellt, bevor ich mich auf den Weg nach Tarifa gemacht habe. Wie ihr also seht, waren meine Erwartungen an den Strand nicht so hoch, von der dazu gehörigen Stadt ganz zu schweigen. Allerdings hatte ich von vielen Bekannten gehört, es sollte der schönste Strand in ganz Andalusien sein, also wollte auch ich mir diesen Ort nicht entgehen lassen.

Doch ich fange mal ganz von vorne an. Der Strand von Tarifa hat nämlich einige Besonderheiten. Zum einen ist er, wie schon oben beschrieben, der Ort, an dem das Mittelmeer in den Atlantik übergeht. Doch wer entgegengesetzte Strömungen, unterschiedliche Farben oder andere optische Besonderheiten erwartet, wird definitiv enttäuscht werden. Denn die Besonderheit, die es mit sich bringt, dass Tarifa an zwei Meeren liegt, erschließt sich leider nur Tauchern. Diese können in der Tiefe interessante Meeresbewohner aus beiden Gewässern beobachten, was ganz sicher eine besondere Erfahrung ist.

Zum anderen ist Tarifa aber auch der südlichste Punkt des europäischen Festlandes und gleichzeitig auch die europäische Stadt, die dem afrikanischen Kontinent am nächsten ist. Von diversen Aussichtspunkten kann man das Rifgebirge und die Stadt Tanger sehen, zu der alle paar Stunden eine Fähre ausläuft. Deren Ein- und Ausfahrt ist interessant mit anzusehen.

Die Aussichtspunkte selbst werden jedoch viel zu oft von den begeisterten Urlaubs-Fotografen vernachlässigt. Der Blick auf das Mittelmeer und die afrikanische Küste kann einem auch leicht die Sprache verschlagen. Aber auch die alten Burgen oder Stadtmauerreste, die heute einfach praktisch als Aussichtspunkte recycled werden, sind ein Bild wert. Schon früh fiel die Stadt auf Grund ihrer Nähe zu Afrika immer wieder feindlichen Angriffen zum Opfer und richtete deswegen alles auf eine effektive Verteidigung aus. Dies ist heute noch in der gesamten Altstadt sichtbar.

Und auch der Stadtkern ist ein Grund, Tarifa zu besuchen. Kleine weiße typisch andalusische Häuschen, nette Hipster-Cafés und individuelle Boutiquen machen den charmanten Kleinstadtflair perfekt. Strandläden mit hässlichen Souvenirs und überteuerten Liegestühlen sucht man hier an den meisten Stellen vergeblich. Stattdessen heißt die Stadt, die den Übergang der Costa del Sol zur Costa de la Luz markiert, den Gast mit gemütlicher Straßenmusik und lebendiger Kleinstadt-Stimmung willkommen.

Doch das Herzstück ist und bleibt natürlich der Strand. Meterlang erstrecken sich pudrig weiße weiche Sandstrände einmal komplett um das Städtchen herum. Durch die kräftigen Atlantik-Winde hat es sich zum europäischen Mekka für Wind- und Kitesurfer gemausert. Dieses Jahr fand sogar die Kite-Weltmeisterschaft hier statt. Auch außerhalb der Weltmeisterschaft sind hier meist echte Könner am Werk und liefern den Strandbesuchern eine interessante Show.

Du siehst also, dass mich Tarifa begeistert hat. Hier könnte ich gut und gerne noch einmal mehrere Tage verbringen. Wie sieht es mit dir aus? Hast du dir schon einmal diese Perle Andalusiens angeschaut? Oder welche anderen Strände und Küstenorte haben dich besonders begeistert? Ich freue mich deine Anregungen und Tipps in den Kommentaren!

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